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Marten lief und radelte nicht nur, sondern verfasste wieder einen excellenten Bericht: Liebe Lauffreunde, am 22.07.2006 fand in Coburg erstmals ein Marathon statt, bei dem man im 2er-Team abwechselnd mit dem Rad bzw. zu Fuß unterwegs war. Nachdem Norbert (Engel) vor einigen Monaten aus Berlin zu meiner Tennistruppe und zu unserer Laufrunde gestoßen ist, habe ich leichtsinnigerweise den Mund sehr voll genommen und mit ihm verabredet: Das machen wir! Die große Frage war, welche Taktik am besten ist. Den Vorschlag von Norbert, dass wir alle 1000 m wechseln, hielt ich zunächst für absoluten Wahnsinn. Wir hatten das dann zunächst einmal bei angenehmen 20 Grad erfolgreich getestet. Als dann der 22.07. näher rückte, war absehbar, dass es selbst abends brutal heiß werden würde. So war’s dann auch. Trotzdem hatten sich über 60 (!) Teams gefunden, die dabei sein wollten. Beim leichten Warmlaufen schlich sich dann doch ein flaues Gefühl in der Magengrube ein. Um uns herum viele renommierte Läufer, teure Bikes und das alles bei weit über 30 Grad Außentemperatur. Etwas Schieß hatte ich schon; das löste sich aber, nachdem der Startschuß gefallen war. Die Radfahrer wurden zunächst 2 Minuten vorne weg geschickt, um ein völliges Chaos am Start zu vermeiden. In der Folge fanden sich die zusammengehörenden Pärchen schnell wieder. Die vom TV Lützelbuch ausgeschilderte Strecke (rotes Schild mit weißem Läufer) führte dann landschaftlich stets reizvoll durch das Coburger Land. Unter www.coburg-marathon.de findet Ihr die genaue Strecke und das (teilweise) heftige Höhenprofil. Auf der Strecke gab es nur eines: Trinken, trinken und nochmals trinken. Norbert hatte hier bestens vorgesorgt. Unterwegs gab es auch immer einmal Zuschauer mit Wassereimern, Gartenschläuchen, Dusche .... Nach etwa 13 km stieß mein Sohn zu uns und stellte begeistert fest, daß wir gar nicht so schlecht lagen. Zunächst klappte es tatsächlich auch gut, nach jedem Kilometer zu wechseln und einen ordentlichen und gleichmäßigen Rhythmus zu laufen. Ein Team vom Skiclub Neustadt hatten wir stets in Sichtweite. Allerdings war der Abstand ca. eine Minute. Bis zum Schlossplatz war alles noch im grünen Bereich. Wegen des Schlossplatzfests ging es dann die gleiche Strecke wie bei der Fränkischen Krone bergauf, also an der Kirche St. Augustin vorbei. Am Naturkundemuseum übernahm ich dann das Rad und Norbert lief weiter. Für mich begann damit das „Katastrophenstück“ – Norbert lief wie ein Uhrwerk und ich kam mit dem Rad nicht mehr hinterher. Unterhalb der Hüfte befand sich offensichtlich nur noch Blei. Norbert machte das einzige richtige: Er lief einfach solange weiter, bis ich mich doch überwunden und den Berg hochgequält hatte. Erst nach dem Anstieg zur Brandensteinsebene konnte ich wieder aufschließen. Hierfür bedankte sich dann die rechte Wade, in dem sie ordentlich zu zwicken anfing. Das war dann auch die Phase, in der leise Zweifel aufkamen, ob man das noch durchstehen würde. Naja, es waren nur noch ca. 9 km und dank der aufmunternden Anfeuerung von Norbert, der nun die Hauptarbeit hatte, waren wir wieder so motiviert, daß wir sogar das Neustadter Team, welches bei der Hälfte gut eine Minute vor uns gelegen hatte, nach etwa 37 km eingeholt hatten. Die letzten 5 km ging es dann in einem echten Zweikampf zurück nach Lützelbuch. Hier ging mir etwas die Kraft aus, so dass wir trotz des Höchsteinsatzes von Norbert knapp unterlegen waren. Aber was sind schon 8 Sekunden Rückstand bei einem Marathon? Im Ziel waren wir dann einfach nur glücklich, es gut geschafft zu haben. Das steigerte sich noch als wir hörten, daß sogar eine Zeit von knapp unter 3 Stunden und der 5. Platz (sogar 1. in unserer Altersklasse) herausgesprungen war. Natürlich wurde das anstelle der im Ziel gereichten (zu süßen) Mineraldrinks mit einem ordentlichen großen Bier gefeiert! Viele Bekannte haben mich später gefragt, wie man sich so etwas antun könne, vor allen Dingen bei dieser Hitze. Meine Antwort: Es war einfach nur ein tolles Gefühl, sich hier im Team durchzubeißen. Für mich war es der erste (wenn auch durch Radpausen erleichterte) Marathon. Es war einfach genial. Den größten Anteil hieran hatte natürlich Norbert, der mir nicht nur ständig Mut gemacht und mich aufgebaut hat, sondern insbesondere die richtige Taktik ausgeklügelt hatte. Selbst renommierte Läufer wie der Hawaii erprobte Triathlet Stephan Eichhorn, die uns wegen der Wechseltaktik alle 1000 m zunächst belächelt hatten, waren überrascht, daß wir teilweise doch deutlich vor Ihnen im Ziel landen konnten. Der TV Lützelbuch hat eine geniale Veranstaltung erfunden. Es gab dann anschließend in der Turnhalle noch in würdigem Rahmen eine schöne Siegerfeier mit Live-Musik, Tombola, ordentlicher Verpflegung und schöner Siegerehrung. Die Resonanz hat gezeigt, daß dieses Event wiederholt werden muß! Ich hoffe, Euch mit diesem Stimmungsbericht für nächstes Jahr etwas gelockt zu haben, so dass wir dann vielleicht mit CCCJJ 1, 2, 3, ... an den Start gehen können. Olli fand folgenden Link dazu: http://laufspass.com/laufberichte/2006/runandbike-marathon-coburg.htm |